Schlafapnoe erkennen: Symptome und typische Anzeichen
Eine obstruktive Schlafapnoe bleibt häufig lange unentdeckt. Viele Betroffene bemerken ihre nächtlichen Atemaussetzer selbst nicht und kennen auch die anderen Anzeichen nicht.
- Was sind typische Symptome einer Schlafapnoe?
- Atemaussetzer im Schlaf
- Ist starkes Schnarchen ein Zeichen für Schlafapnoe
- Tagesmüdigkeit trotz ausreichend Schlaf
- Kopfschmerzen am Morgen
- Nächtliches Erwachen und Luftnot
- Warum bemerken Betroffene ihre Schlafapnoe häufig nicht selbst?
- können auch Menschen ohne starkes Schnarchen Schlafapnoe haben?
- Welche Rolle spielen Kiefer und Atemwege?
- Wann sollte ich meine Beschwerden untersuchen lassen?
- wie wird festgestellt, ob tatsächlich eine Schlafapnoe vorliegt?
- Was passiert nach der Diagnose?
- Fazit
Eine obstruktive Schlafapnoe bleibt häufig lange unentdeckt. Viele Betroffene bemerken ihre nächtlichen Atemaussetzer selbst nicht. Stattdessen fallen zunächst unspezifische Beschwerden wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsprobleme oder morgendliche Kopfschmerzen auf.
Ein besonders wichtiger Hinweis sind Atemaussetzer, die von Partner*innen während des Schlafs beobachtet werden. Treten solche Symptome regelmäßig auf, sollte eine mögliche Schlafapnoe ärztlich abgeklärt werden.
Was sind typische Symptome
einer Schlafapnoe?
Die Beschwerden einer obstruktiven Schlafapnoe können sowohl während der Nacht als auch am Tag auftreten.
Typische Anzeichen sind:
- lautes oder unregelmäßiges Schnarchen
- beobachtete Atemaussetzer
- plötzliches Luftschnappen im Schlaf
- häufiges nächtliches Erwachen
- unruhiger Schlaf
- ausgeprägte Müdigkeit am Tag
- Konzentrations- und Leistungsprobleme
- morgendliche Kopfschmerzen
- trockener Mund am Morgen
- Gefühl, trotz ausreichender Schlafdauer nicht erholt zu sein
Nicht alle Symptome müssen gleichzeitig auftreten. Auch die Stärke der Beschwerden kann sich deutlich unterscheiden.
Atemaussetzer
im Schlaf
Eines der charakteristischsten Anzeichen einer obstruktiven Schlafapnoe sind wiederkehrende Atemaussetzer.
Während des Schlafs verengen oder verschließen sich die oberen Atemwege. Dadurch wird die Atmung deutlich reduziert oder vorübergehend vollständig unterbrochen.
Der Körper reagiert darauf mit einer kurzen Aktivierungs- oder Weckreaktion. Die Betroffenen nehmen diese meist nicht bewusst wahr und schlafen unmittelbar weiter.
Dieser Vorgang kann sich während einer Nacht immer wieder wiederholen.
Lautes Schnarchen ist ein häufiges Symptom einer obstruktiven Schlafapnoe – aber nicht jeder Mensch, der schnarcht, hat automatisch eine Schlafapnoe.
Besonders aufmerksam sollte man werden, wenn das Schnarchen:
- sehr laut und unregelmäßig ist
- von Atempausen unterbrochen wird
- mit anschließendem Luftschnappen einhergeht
- gemeinsam mit ausgeprägter Tagesmüdigkeit auftritt
In diesen Fällen ist eine schlafmedizinische Abklärung sinnvoll.
Tagesmüdigkeit
trotz ausreichend Schlaf
Viele Patient*innen suchen zunächst wegen starker Müdigkeit ärztliche Hilfe.
Obwohl sie scheinbar sieben oder acht Stunden geschlafen haben, fühlen sie sich morgens nicht erholt.
Der Grund kann die gestörte Schlafstruktur sein: Durch die wiederholten Atemprobleme reagiert der Körper mit zahlreichen kurzen Weckreaktionen. Dadurch können wichtige erholsame Schlafphasen immer wieder unterbrochen werden.
Mögliche Folgen sind:
- Einschlafneigung während des Tages
- reduzierte Leistungsfähigkeit
- Konzentrationsprobleme
- Vergesslichkeit
- Gereiztheit
- Erschöpfung
Ausgeprägte Tagesschläfrigkeit kann zudem die Sicherheit im Straßenverkehr oder bei der Arbeit beeinträchtigen.
Kopfschmerzen
am Morgen
Wiederkehrende morgendliche Kopfschmerzen können ebenfalls im Zusammenhang mit einer Schlafapnoe auftreten.
Sie sind allerdings unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben. In Kombination mit Schnarchen, beobachteten Atemaussetzern und Tagesmüdigkeit können sie ein zusätzlicher Hinweis auf eine schlafbezogene Atmungsstörung sein.
Nächtliches Erwachen
und Luftnot
Manche Betroffene wachen nachts plötzlich auf und haben das Gefühl, keine Luft zu bekommen.
Andere erinnern sich am nächsten Morgen überhaupt nicht an die wiederholten Weckreaktionen.
Auch folgende Beschwerden können auftreten:
- nächtliches Schwitzen
- Herzklopfen
- häufiges Erwachen
- trockener Mund
- unruhiger Schlaf
Diese Symptome allein beweisen keine Schlafapnoe, können aber Anlass für eine weitere Untersuchung sein.
Warum bemerken Betroffene ihre
Schlafapnoe häufig nicht selbst?
Die Atemaussetzer treten während des Schlafs auf. Die dadurch ausgelösten Weckreaktionen sind häufig so kurz, dass sie nicht bewusst wahrgenommen oder am nächsten Morgen nicht erinnert werden.
Deshalb sind es häufig Partner*innen, denen zuerst auffällt, dass die Atmung während des Schlafs ungewöhnlich ist.
Typische Beobachtungen sind:
„Er schnarcht sehr laut und dann ist plötzlich Ruhe.“
Nach einer Atempause setzt die Atmung häufig wieder hörbar ein.
Solche Beobachtungen sollten insbesondere bei zusätzlicher Tagesmüdigkeit ernst genommen werden.
Können auch Menschen ohne starkes
Schnarchen Schlafapnoe haben?
Ja. Starkes Schnarchen ist zwar häufig, aber keine zwingende Voraussetzung für eine obstruktive Schlafapnoe.
Deshalb sollte bei ausgeprägter Tagesmüdigkeit, nicht erholsamem Schlaf oder anderen typischen Beschwerden auch dann an eine Schlafapnoe gedacht werden, wenn kein auffälliges Schnarchen bekannt ist.
Welche Rolle spielen
Kiefer und Atemwege?
Bei der obstruktiven Schlafapnoe spielen neben anderen Risikofaktoren auch die individuellen anatomischen Verhältnisse eine Rolle.
Eine ungünstige Kieferposition kann beispielsweise dazu beitragen, dass im Rachen weniger Raum für die oberen Atemwege zur Verfügung steht.
Insbesondere eine Rücklage des Unterkiefers kann bei bestimmten Patient*innen mit einer Verengung der Atemwege verbunden sein.
Ob eine solche anatomische Ursache tatsächlich vorliegt, lässt sich jedoch nicht anhand der Symptome allein feststellen.
Wann sollte ich meine Beschwerden
untersuchen lassen?
Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:
- beobachteten Atemaussetzern
- starkem Schnarchen in Verbindung mit Atempausen
- ausgeprägter Tagesmüdigkeit
- Einschlafneigung in Alltagssituationen
- dauerhaft nicht erholsamem Schlaf
- typischen Beschwerden in Verbindung mit Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Die Diagnose einer Schlafapnoe kann nicht allein anhand der Symptome gestellt werden. Dafür sind schlafmedizinische Untersuchungen notwendig.
Wie wird festgestellt, ob tatsächlich
eine Schlafapnoe vorliegt?
Bei einem begründeten Verdacht können zunächst verschiedene Parameter während des Schlafs aufgezeichnet werden.
Je nach Befund kann anschließend eine ausführliche Untersuchung im Schlaflabor erfolgen.
Dabei wird unter anderem ermittelt, wie häufig Atemaussetzer und Atemflussminderungen während des Schlafs auftreten. Ein wichtiger Wert hierfür ist der Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI).
Die Diagnostik zeigt nicht nur, ob eine Schlafapnoe vorliegt, sondern hilft auch dabei, deren Schweregrad zu beurteilen.
Was passiert
nach der Diagnose?
Wird eine obstruktive Schlafapnoe festgestellt, richtet sich die Behandlung nach der individuellen Situation.
Dabei spielen unter anderem eine Rolle:
- Schweregrad der Schlafapnoe
- Beschwerden
- Begleiterkrankungen
- anatomische Voraussetzungen
- Ursache der Atemwegsverengung
Je nach Befund kommen beispielsweise CPAP, eine Unterkieferprotrusionsschiene, Maßnahmen zur Veränderung beeinflussbarer Risikofaktoren oder bei ausgewählten Patient*innen operative Verfahren infrage.
Fazit:
Atemaussetzer und Tagesmüdigkeit ernst nehmen
Die Symptome einer obstruktiven Schlafapnoe sind nicht immer eindeutig. Besonders charakteristisch ist die Kombination aus lautem oder unregelmäßigem Schnarchen, beobachteten Atemaussetzern und ausgeprägter Müdigkeit am Tag.
Da Betroffene die nächtlichen Atemprobleme häufig selbst nicht wahrnehmen, können Beobachtungen durch Partner*innen einen wichtigen Hinweis liefern.
Ob tatsächlich eine Schlafapnoe vorliegt und wie ausgeprägt sie ist, lässt sich jedoch erst durch eine gezielte schlafmedizinische Diagnostik feststellen.
Ihre
Expert*innen
Prof. Dr. med. Dr. med. dent.
Denys J. Loeffelbein
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Oralchirurgie, Plastische Operationen, Ärztlicher und Zahnärztlicher Leiter
Priv.-Doz. Dr. med.
Daniel Lonic, M.D. (USA)
Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie, Handchirurgie, Ärztlicher Leiter
Dr. med. univ. Dr. med. dent.
Hannes Wegner
Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Fachzahnarzt für Oralchirurgie
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