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Kinnkorrektur – Methoden, Kosten, Ablauf, Risiken und Nachsorge

Alles zur Kinnkorrektur: ob fliehendes Kinn, zu langes Kinn oder hervorstehendes Kinn. Wir klären die Methoden der Kinn-OP und zeigen Ablauf, Risiken, Heilung und Kosten auf.

Inhaltsverzeichnis

Allgemeines zur Kinnkorrektur

Die Kinnkorrektur, in der Fachsprache auch Genioplastik genannt, zählt zu den wirkungsvollsten ästhetisch-chirurgischen Eingriffen im Gesichtsbereich. Denn kaum eine andere Behandlung kann die Proportionen und die Kontur des Gesichts so maßgeblich zum Positiven verändern wie eine Kinn-OP. 

 

Wieso ist eine Kinnkorrektur so wirkungsvoll?

Die Gründe für eine Kinnkorrektur sind vielfältig: Sowohl ein fliehendes Kinn als auch ein zu stark hervortretendes Kinn können das Gesamtbild des Gesichts aus dem Gleichgewicht bringen. Denn das Verhältnis zwischen Mittelgesicht und Kinn ist maßgeblich für die Harmonie der Gesichtszüge. Somit lassen sich durch eine chirurgische Kinnkorrektur unverhältnismäßige Proportionen gezielt ausgleichen. 

 

Simulation des Ergebnisses mit modernen Verfahren

Obwohl Normwerte und definierte Winkel als Orientierung dienen, steht stets die individuelle ästhetische Wahrnehmung im Vordergrund. Moderne Verfahren wie DVT und 3D-Photogrammetrie ermöglichen heute eine präzise Planung und realistische Simulation des möglichen Ergebnisses für ein natürliches Resultat, das optimal zu den persönlichen Gesichtszügen passt.

Alles zur Kinnkorrektur

Egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene – auf unserer Fachbereichsseite finden Sie alle Informationen im praktischen Überblick.

Gründe für eine
Kinnkorrektur

Der Wunsch nach einer Kinnkorrektur ist äußerst individuell und entsteht häufig aus dem Bedürfnis nach harmonischeren Gesichtsproportionen. Je nach Gesichtsform, Geschlecht und persönlichem Empfinden stehen unterschiedliche ästhetische oder funktionelle Aspekte im Vordergrund. 

Fliehendes Kinn

Das fliehende Kinn zählt zu den häufigsten Gründen für eine Genioplastik. Dabei wirkt das Kinn im Profil nach hinten versetzt und liegt hinter der gedachten Linie von Stirn und Lippen, was das Gesichtsprofil unausgewogen erscheinen lassen kann. Medizinisch wird diese Kinnform auch als Mikrogenie bezeichnet.

Ursachen können eine angeborene Unterentwicklung des Unterkiefers (Retrognathie), Kieferfehlstellungen, ein ausgeprägter Überbiss oder altersbedingter Knochenabbau sein. Optisch lässt ein fliehendes Kinn häufig Mittelgesicht und Nase größer erscheinen und kann die Entstehung eines Doppelkinns begünstigen. Viele Betroffene empfinden ihr Profil dadurch weniger markant oder harmonisch.

Hervorstehendes oder langes Kinn

Auch ein zu stark hervortretendes oder als zu lang empfundenes Kinn kann als störend wahrgenommen werden, da es das Gleichgewicht der Gesichtszüge beeinträchtigen kann. In solchen Fällen wirkt das Kinn oft dominant und lenkt den Blick stark auf den unteren Gesichtsbereich. Ursachen können unter anderem ein Unterbiss oder eine übermäßige Knochenlänge im Kinnbereich sein.

Eine Kinnkorrektur kann dazu beitragen, die Proportionen zu harmonisieren und das Profil insgesamt ausgewogener erscheinen zu lassen.

Wangenverschmälerung

Ein V-förmiges Gesicht mit hohen Wangenknochen und schlankem Kinn gilt als Zeichen von Attraktivität. Zu volle Wangen, die sogenannten Hamsterbäckchen, lassen das Gesicht kindlich wirken. Bei der Wangenknochen-Operation wird die Höhe und Form der Wangenknochen angepasst, um das Gesicht markanter oder sanfter erscheinen zu lassen und dem Kinn anzupassen.

Ergänzung zur Rhinoplastik

Manche Patientinnen und Patienten bemerken nach einer Nasenkorrektur, dass das Kinn im Verhältnis zur neuen Nasenform nicht optimal proportioniert erscheint. In solchen Fällen kann eine ergänzende Kinnkorrektur sinnvoll sein, um das Profil insgesamt stimmig zu gestalten. Die Kombination beider Eingriffe ermöglicht oft ein besonders harmonisches und natürlich wirkendes Ergebnis.

Mehr als nur ein ästhetischer Eingriff

Neben rein ästhetischen Beweggründen kann eine Kinnkorrektur auch das Selbstbewusstsein stärken und das persönliche Wohlbefinden im eigenen Erscheinungsbild deutlich verbessern. Ein ausgewogenes Zusammenspiel der Gesichtszüge trägt dazu bei, dass sich Betroffene wohler fühlen und ihr äußeres Erscheinungsbild als stimmiger wahrnehmen.

Methoden der
Kinnkorrektur

Zur Korrektur und Harmonisierung des Kinns stehen unterschiedliche operative Verfahren zur Verfügung. Ziel jeder Kinnkorrektur ist es, die Gesichtsproportionen auszugleichen und ein natürliches, harmonisches Profil zu schaffen. 

Grundsätzlich wird zwischen der Kinnkorrektur mit Implantaten und der operativen Kinnverlagerung unterschieden, wobei in unserer Praxis der Fokus klar auf der Modifikation des körpereigenen Knochens liegt.

3.1 Kinnkorrektur mit Implantaten

Bei der Kinnkorrektur mit Implantaten wird ein vorgeformtes Implantat eingesetzt, um das Kinn nach vorne oder in die gewünschte Form zu bringen. In vielen Fällen kommen dabei Silikonimplantate zum Einsatz.

Wir verzichten bewusst auf die Kinnkorrektur mit Implantaten, da diese langfristig Nachteile mit sich bringen können. Durch den dauerhaften Druck des Implantats auf den darunterliegenden Knochen kann es zu einer sogenannten Knochenatrophie kommen. Das bedeutet, dass sich der Knochen im Laufe der Zeit zurückbildet, was wiederum die Stabilität beeinträchtigen und zu einer Verschiebung des Implantats führen kann. Dies kann nicht nur das ästhetische Ergebnis verschlechtern, sondern auch weitere Korrektureingriffe notwendig machen.

Aus diesen Gründen bevorzugen wir Verfahren, die ohne dauerhaften Einsatz von Fremdmaterial auskommen und stattdessen auf die natürliche Anatomie des Patienten aufbauen.

3.2 Operative Kinnkorrektur (Genioplastik)

Die operative Kinnkorrektur stellt eine besonders präzise und nachhaltige Methode dar, um die Kinnform individuell anzupassen. Der Eingriff wird in der Regel unter Vollnarkose durchgeführt. Dabei wird das knöcherne Kinn über einen Schnitt innerhalb der Mundhöhle vom Unterkieferknochen gelöst, sodass keine sichtbaren äußeren Narben entstehen.

Anschließend wird das Kinn in die ästhetisch und funktionell optimale Position verlagert. Je nach Befund kann das Kinn nach vorne oder hinten verschoben, verschmälert, verkürzt oder in seiner Höhe angepasst werden. Die Fixierung erfolgt mithilfe kleiner Metallplättchen und Schrauben, die dem Knochen eine sichere Stabilität geben. Diese können bei Bedarf nach etwa einem Jahr wieder entfernt werden, sind jedoch in der Regel gut verträglich.

Besonderheiten und Expertise

Im Vergleich zur klassischen plastisch-ästhetischen Chirurgie zeichnet sich unser Ansatz durch eine stark knochenbasierte, funktionell orientierte Herangehensweise aus. Statt Volumen durch Fremdmaterial zu ersetzen, wird die individuelle Knochenstruktur gezielt modelliert. Ein besonderer Qualitätsfaktor sind die internationalen Erfahrungen und Learnings unserer Chirurgen, unter anderem aus Südkorea, einem der führenden Länder im Bereich der ästhetischen Gesichtschirurgie. 

Einordnung und weiterführende Behandlungen

Die Kinnkorrektur kann sinnvoll mit anderen Eingriffen kombiniert werden, etwa im Rahmen der Dysgnathiechirurgie, bei funktionellen Beschwerden wie obstruktiver Schlafapnoe (OSAS), im Bereich des Facial Bone Contourings oder in Kombination mit einer Halsstraffung beziehungsweise Jawline-Definition.

Durch diese vielseitigen Einsatzmöglichkeiten lässt sich die Kinnkorrektur individuell in ein ganzheitliches Behandlungskonzept integrieren, das sowohl ästhetische als auch funktionelle Aspekte berücksichtigt.

Kosten einer
Kinnkorrektur

Die Kosten einer Kinnkorrektur hängen von der gewählten Methode, dem Umfang des Eingriffs und individuellen anatomischen Gegebenheiten ab. Für eine operative Kinnverlagerung oder Genioplastik beginnen die Preise in der Regel bei etwa 4.000 Euro zzgl. MwSt., hinzu kommen die Kosten für die Vollnarkose.

Ärztliche
Beratung

Das Beratungsgespräch ist ein zentraler Schritt vor jeder Kinnkorrektur. Es dient dazu, medizinische Voraussetzungen zu prüfen und Erwartungen abzugleichen.

Themen im Beratungsgespräch:

  • Analyse der Gesichtsproportionen, Kinn- und Mittelgesichtsanatomie
  • Aufklärung über Operationsablauf, Schnittführung und Heilungsverlauf
  • Besprechung möglicher Risiken und Komplikationen
  • Visualisierung realistischer Ergebnisse mit 3D-Simulation (DVT, Photogrammetrie)
  • Planung der Nachsorge

Vorbereitung auf
Die Operation

Eine strukturierte Vorbereitung kann Risiken minimieren und den Heilungsverlauf verbessern.

6 Wochen vor der OP

  • Rauchstopp oder deutliche Reduktion

  • Keine Diäten oder starke Gewichtsschwankungen

  • Leichte körperliche Schonung bei sportlicher Belastung

2 Wochen vor der OP

  • Absetzen blutverdünnender Medikamente nach ärztlicher Rücksprache

  • Kein Alkohol

  • Blut- und ggf. bildgebende Voruntersuchungen (z. B. Röntgen oder DVT)

1 Tag vor der OP

  • Leichte Kost, ausreichend Flüssigkeit

  • Gesicht mit desinfizierender Seife waschen

  • Keine Hautpflegeprodukte oder Make-up im OP-Bereich

Ablauf der
Operation

Die Kinnkorrektur erfolgt in Vollnarkose und dauert in der Regel etwa 1 Stunde.

Operationsablauf:

Schnittführung erfolgt innen im Mund, sodass keine äußeren Narben entstehen

1

Lösen des knöchernen Kinns vom Unterkieferknochen

2

Positionierung des Kinns in der harmonisch optimalen Lage

3

Fixierung mit kleinen Metallplättchen und Schrauben (bei Bedarf nach einem Jahr entfernbar)

4

Abschlusskontrolle und Wundverschluss

5

Heilungsverlauf
und Nachsorge

Die Kinnoperation wird in der Regel gut vertragen.

Direkt nach der OP

  • Wundkontrolle am nächsten Tag und nach einer Woche

  • Kühlung reduziert Schwellungen und Blutergüsse

  • Schlafen auf dem Rücken mit leicht erhöhtem Oberkörper (30–45°)

  • Fäden: nach ca. 7 Tagen entfernt

Heilungsphasen

  • 1. Woche: stärkste Schwellung, Schonung

  • 2.–4. Woche: Schwellung nimmt ab, Beweglichkeit steigt, Sportpause einhalten

  • 5.–6. Woche: Gewebe stabilisiert sich, leichte sportliche Aktivitäten möglich

  • Ab 3. Monat: Endform erkennbar, Gewebe wird weicher, Narben verblassen

Nachsorgetipps

  • Leichte Aktivitäten nach 7–10 Tagen

  • Sportkarenz für 4 Wochen

  • Schwellungen klingen meist nach 10–14 Tagen von selbst ab

  • Eigenverantwortliche Narbenmassage und -pflege

  • Vermeidung von Sonnenexposition der Narben für 6–12 Monate

Risiken
und Komplikationen

Allgemeine OP-Risiken

  • Blutergüsse, Nachblutungen

  • Infektionen, Wundheilungsstörungen

  • Thrombose oder Lungenembolie

  • Allergische Reaktionen auf Medikamente oder Narkose

Vorübergehende Beschwerden

  • Spannungsgefühl

  • Empfindungsstörungen im Kinn- und Unterkieferbereich

  • Schwellungen oder leichte Schmerzen

Langfristige Risiken

  • Verschiebung des Kinns 

  • Unzufriedenheit mit Form oder Symmetrie

  • Notwendigkeit kleinerer Korrekturoperationen

Psychische
Aspekte

Eine Kinnkorrektur ist nicht nur ein physischer Eingriff, sondern kann auch psychologisch positive Effekte haben. Ein harmonisches Profil stärkt das Selbstbewusstsein und die Wahrnehmung der eigenen Attraktivität. Zufriedenheit hängt dabei stark von realistischen Erwartungen und umfassender Aufklärung ab.

Tipps
zur Arztwahl

  • Nur Fachärzte für Plastische und Ästhetische Chirurgie
  • Mehrjährige Spezialisierung und Erfahrung in der Gesichtschirurgie
  • Nachweisbare OP-Ergebnisse
  • Aufklärung über alle Risiken und Alternativen

Häufig gestellt Fragen
FAQ

Kann ich nach einer Kinnkorrektur normal essen und sprechen?

Ja, in den ersten Tagen sind weiche Speisen empfohlen, Sprechen ist grundsätzlich möglich. Schwellungen oder Spannungsgefühle klingen meist innerhalb von 1–2 Wochen ab.

Knöcherne Kinnkorrekturen sind dauerhaft. Implantate sind langfristig haltbar, müssen jedoch bei Komplikationen oder bei Lageveränderung ausgetauscht werden. 

Leichte Tätigkeiten meist nach 3–7 Tagen. Körperlich anstrengende Arbeit und Sport sollten etwa 4–6 Wochen pausiert werden.

Postoperative Schmerzen sind in der Regel moderat und gut mit Medikamenten behandelbar.

Häufig erfolgt der Schnitt im Mundinneren, sodass keine äußeren Narben sichtbar sind. 

In der Regel nicht bei rein ästhetischen Eingriffen. Eine Kostenübernahme kann bei medizinischer Notwendigkeit (z. B. Fehlbildungen, Unfallfolgen) möglich sein.

Dies kann nur eine fachärztliche Beratung mit Profilanalyse feststellen. Die Eignung hängt von Anatomie, Erwartungen und Gesundheitszustand ab.

Ihre
Expert*innen

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Prof. Dr. med. Dr. med. dent.
Denys J. Loeffelbein

Facharzt für Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Oralchirurgie, Plastische Operationen, Ärztlicher und Zahnärztlicher Leiter

Quellen &
weiterführende Informationen

  • American Society of Plastic Surgeons (ASPS) – Chin Surgery / Genioplasty
    Umfassende Patienteninformationen zum chirurgischen Eingriff der Kinnkorrektur – englischsprachig. Chin Surgery – ASPS Patienteninfo 
  • VDÄPC – Kinnkorrektur
    Informationsseite zur Kinnkorrektur mit Überblick zu Indikationen, Verfahren, möglichen Komplikationen und Nachsorge. Kinnkorrektur – VDÄPC (Deutsch)
  • Wissenschaftliche Artikel (z.B. Skelettverlagernde Operationstechniken bei obstruktiver Schlafapnoe -​​ HNO Nachrichten)
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